Plattenwerkstoffe
Im heutigen Holzbau verwendet man häufig Plattenwerkstoffe.
Holzwerkstoffplatten haben mehrere Vorteile gegenüber Brettwaren. Der größte Vorteil besteht darin, das Plattenwerkstoffe durch ihre Größe eine extrem aussteifende Wirkung erzielen. Dies ist besonders an Holzrahmenbauwänden sehr wichtig. Ein weiterer Vorteil ist die Zeitersparniss pro qm Verlegung durch das Großformat.
Es gibt heute eine Vielzahl an Werkstoffplatten. Grundsätzlich kann man herkömmliches Mauerwerk/ Putz durch einem Plattenwerkstoff ersetzen und das bei vielen Vorteilen: z.B. keine Feuchtigkeit die eingebracht wird, sie sind einfacher zu verarbeiten, deutlich leichter und auch für den versierten Handwerker zu verarbeiten.
Hier sind die Erläuterungen für die gängigsten Plattenwerkstoffe:
OSB Platte
die OSB Platte (Abkürzung für Oriented Strand Board - also orienterte
Streifen Platte) besteht
aus längeren Streifen, die übereinander verleimt werden. Sie
werden mit hohen Druck hochdicht verleimt. Sie haben im Holzbau die klassische
Spanplatte fast vollständig verdrängt.
Sie geben Holzrahmenbauwänden eine sehr gute Aussteifung. Im Holzrahmenbau
ist das Rastermaß 62,5 cm. Darauf hat sich die Industrie eingestellt und
hat als Normmaß die Breite 62,5 cm , 125 cm oder 250 cm. Die Platte sind
i.d.R. umlaufend
genutet bzw.
mit einer Feder versehen, so das man die OSB Platten im Endlosverlegesystem
(wie Laminat) verlegen kann. Standard Länen sind z.B. 2,50 m, 3,00 m oder
3,25 m. Es gibt auch Längen bis 5,00 m. Als Anhaltspunkt kann man sagen,
daß eine 18 mm starke OSB Platte genauso viel trägt wie eine 22
mm starke Spanplatte.
Standardstärken sind im Holzbau: 12 mm, 15 mm, 18 mm und 22 mm. Befestigung durch nageln, klammern, schrauben oder kleben.
DWD Platte
die DWD (Abkürzung für diffusionsoffene Wand- und Dachplatte)
Platte ist eine Bekleidungsplatte im Aussenbereich aus Holzhartfasern. Sie findet
sich unter der Konterlattung im Dachbereich und unter der
Lüftungsebene/ Konterlatte der Wandfassade.
Sie zeichnet sich durch die Diffusionsoffenheit aus. Die DWD Platte ersetzt z.B. im Dachbereich die klassische Unterspannbahn, denn sie bietet einen entscheidenden Vorteil: sie hält im Sommer die Wärme draußen.
Die DWD Platte ist i.d.R. parrafiniert, d.h. sie ist wasserabweisend, bzw.
wasserdicht. Die Platten haben wie bei den OSB Platten, Nut und
Feder und es gibt sie in den gleichen Standardbreiten und
-längen. DWD Platten gibt es in verschiedenen Stärken. 16 mm sind
im allgemeinen für Dach und Wand ausreichend, es gibt sie jedoch bis 40
mm Stärke. Sie dienen im Holzrahmenbau als Aussenseite auf der
Ständerwand und gewährleistet eine statische Scheibenwirkung.
Befestigung mit geeigneten Nägeln, Klammern oder Schrauben.
Putzträgerplatten
Putzträgerplatten sind Holzweichfaserplatten die
z.B.
auf Holzrahmenbauwänden befestigt werden, um einem WDVS
(Wärmedämmverbundsystem) den geigneten Untergrund zu geben.
Auf die Putzträgerplatte kann aber auch der Putz direkt aufgebracht werden. Es gibt eine Vielzahl von Herstellern und keine richtigen Standardmaße.
Im allgemeinen haben sie Nut und Feder und werden geschraubt,
genagelt oder geklammert.
Gipsgebundene Platten
Namen wie Rigps, Fermazell oder Gipskarton und Gipsfaserplatten sind dem
Heimwerker ein Begriff. Sie sind alle aus Gips hergestellt. Sie sind
für den Heim- und Handwerker sehr einfach zu verarbeiten. Beide
Plattenarten werden nach der Montage verspachtelt und sind dann maler- bzw.
tapezierfertig.
Bei der Gipskartonplatte umhüllt ein Papierkarton die Gipshülle. Sie ist mit dem Teppichmesser gut zu schneiden, lässt sich gut anschrauben, tackern oder nageln.
Bei der Gipsfaserplatte sind dem Gips Papierfasern beigemischt, die enorme
Stabilität bringen. Sie lassen sich
bearbeiten
wie normale Span- oder OSB Platten.
Im Verbund mit der DWD- ,der OSB-Platte und dem KVH Gerippe eines Holzrahmenbauelements sind sie ein unschlagbares Team, wenn es darum geht ökologisch, energetisch und nachhaltig eine funktionierende Gebäudehülle zu bauen.
Brandschutzplatten
Um in Dachgeschossausbauten oder bestimmten Holzrahmenbauten einen
Brandschutz zu gefährdeten Bauteilen (Nachbar, Flur o.ä.)
zu gewährleisten werden Brandschutzplatten verwendet. Je nach
Ausführung und Anzahl der Lagen können Wände und Decken mit
solchen Platten einen Brandschutzwert von F 90 erreichen.
Brandschutzplatten werden aus feuerhemmenden Materialien hergestellt.
Gipsfaserplatten zählen auch zu Brandschutzplatten (Hersteller Hinweise
beachten). Sie lassen sich wie herkömmliche OSB- oder DWD-
Platten schneiden oder verlegen. Es gibt sie in den Stärken 8,
10, 12, 15 mm. Größen sind Herstellerabhängig. Um
bestimmte erforderliche Brandschutzwerte zu erreichen werden oft mehrere
Lagen übereinander, die Stöße sind dabei versetzt
angeordnet.
sonstige Plattenwerkstoffe
es gibt
viele weitere Plattenwerkstoffe, ob holzgebunden, zementgebunden oder aus einem
anderen Werkstoff. Plattenwerkstoffe sind immer dem jeweiligen Einsatz
entsprechend zu verwenden.
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